Customs Glossary
40 terms covering customs, import/export, and tariff classification
A
Antidumpingzoll
Ein zusätzlicher Zoll, der auf Waren erhoben wird, die unter ihrem normalen Wert (zu Dumpingpreisen) in die EU eingeführt werden. Dient dem Schutz der EU-Industrie vor unlauterem Wettbewerb.
ATR-Warenverkehrsbescheinigung
Zollpräferenznachweis für den Warenverkehr zwischen der EU und der Türkei. Ermöglicht zollfreie oder zollbegünstigte Einfuhr von Waren türkischen Ursprungs.
Ausgleichszoll
Zoll, der erhoben wird, um die Auswirkungen von Subventionen auszugleichen, die ein Exportland seinen Herstellern gewährt.
B
BTI (Binding Tariff Information)
Siehe vZTA (verbindliche Zolltarifauskunft). Der englische Begriff für die rechtsverbindliche Auskunft über die zolltarifliche Einreihung einer Ware.
C
Carnet ATA
Internationales Zolldokument für die vorübergehende zollfreie Einfuhr von Waren wie Berufsausrüstung, Messe- und Ausstellungsgüter oder Warenmuster.
CN-Code
Kombinierte Nomenklatur — das 8-stellige Warenklassifizierungssystem der EU. Basiert auf dem 6-stelligen HS-Code und wird um 2 EU-spezifische Stellen erweitert. Grundlage für Zolltarife und Handelsstatistik.
D
Drittlandszollsatz
Siehe MFN-Zollsatz. Der reguläre Zollsatz für Importe aus Nicht-EU-Ländern ohne Präferenzabkommen.
E
EBTI
European Binding Tariff Information — die EU-weite Datenbank aller erteilten verbindlichen Zolltarifauskünfte. Durchsuchbar und öffentlich zugänglich.
Einfuhrabgaben
Sammelbegriff für alle bei der Einfuhr anfallenden Abgaben: Zoll, Einfuhrumsatzsteuer (EUSt), Verbrauchsteuern und ggf. Antidumping-/Ausgleichszölle.
Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
Die bei der Einfuhr von Waren in die EU erhobene Umsatzsteuer. In Deutschland beträgt sie 19% (ermäßigt 7%). Wird zusätzlich zum Zoll erhoben.
EORI-Nummer
Economic Operators Registration and Identification — eine EU-weit einmalige Nummer für Wirtschaftsbeteiligte im Zollverkehr. Pflicht für alle Unternehmen, die Im- oder Exporte tätigen.
Erga Omnes
Lateinisch für 'gegenüber allen'. Im Zollkontext bezeichnet es den allgemeinen Zollsatz, der für alle Länder gilt (identisch mit MFN-Zollsatz).
EUR.1
Warenverkehrsbescheinigung als Präferenznachweis. Ermöglicht die zollbegünstigte Einfuhr aufgrund bilateraler Freihandelsabkommen der EU.
F
Freizone
Abgegrenztes Gebiet im Zollgebiet der EU, in dem Waren gelagert, be- und verarbeitet werden können, ohne den Einfuhrabgaben zu unterliegen.
H
Harmonisiertes System (HS)
Von der Weltzollorganisation (WZO) entwickeltes internationales Warenklassifizierungssystem. Der 6-stellige HS-Code bildet die Grundlage für nationale Zolltarife in über 200 Ländern.
I
Incoterms
International Commercial Terms — standardisierte Handelsklauseln (z.B. FOB, CIF, DDP), die Rechte, Pflichten und Kosten zwischen Käufer und Verkäufer bei internationalen Geschäften regeln.
K
Kapitel
Die ersten 2 Stellen des HS-/CN-Codes. Es gibt 99 Kapitel, die in 21 Abschnitte gegliedert sind. Beispiel: Kapitel 84 = Maschinen, Kapitel 62 = Bekleidung.
Kombinierte Nomenklatur
Siehe CN-Code. Die erweiterte Fassung des Harmonisierten Systems für EU-Zwecke. Wird jährlich aktualisiert.
Kontingent
Mengenmäßige Beschränkung für die zollbegünstigte Einfuhr bestimmter Waren. Bei Überschreitung des Kontingents gilt der normale Zollsatz.
M
Meistbegünstigung (MFN)
WTO-Grundprinzip: Handelsvergünstigungen müssen allen WTO-Mitgliedern gleichermaßen gewährt werden. Der MFN-Zollsatz ist der Standardzollsatz ohne Präferenzen.
MFN-Zollsatz
Most Favoured Nation — der Standard-Einfuhrzollsatz der EU für WTO-Mitgliedsländer ohne Präferenzabkommen. Wird im TARIC-System hinterlegt und ist für alle Drittländer gleich.
N
Nämlichkeitssicherung
Maßnahmen zur Identifizierung und Sicherung von Zollgut (z.B. Verplombung, Kennzeichnung), damit Waren beim Transport nicht ausgetauscht werden.
P
Passive Veredelung
Zollverfahren, bei dem EU-Waren zur Be- oder Verarbeitung vorübergehend ausgeführt und die Veredelungserzeugnisse bei Wiedereinfuhr ganz oder teilweise abgabenfrei sind.
Position
Die ersten 4 Stellen des HS-/CN-Codes. Jede Position beschreibt eine Warengruppe. Beispiel: 8471 = Automatische Datenverarbeitungsmaschinen.
Präferenzabkommen
Handelsabkommen zwischen der EU und Drittstaaten, die ermäßigte Zollsätze oder Zollfreiheit für bestimmte Waren vorsehen. Voraussetzung: Nachweis des Präferenzursprungs.
Präferenzursprung
Der Ursprung einer Ware im Sinne eines Präferenzabkommens. Bestimmt, ob die Ware von ermäßigten Zollsätzen profitieren kann. Nicht identisch mit dem nichtpräferenziellen Ursprung.
T
TARIC
Tarif Intégré Communautaire — der integrierte Zolltarif der EU. Umfasst 10-stellige Codes und enthält alle EU-Zollmaßnahmen: Zollsätze, Präferenzen, Verbote, Kontingente.
U
Unterposition
Die Stellen 5 und 6 des HS-Codes. Differenziert die Position weiter. Beispiel: 8471.30 = Tragbare Datenverarbeitungsmaschinen unter 10 kg.
Ursprungszeugnis
Offizielles Dokument, das das Herkunftsland einer Ware bescheinigt. Wird von der IHK oder zuständigen Behörde ausgestellt. Unterschieden in präferenziell und nichtpräferenziell.
V
Verbrauchsteuer
Steuern auf bestimmte Waren wie Alkohol, Tabak, Energieerzeugnisse. Werden zusätzlich zu Zoll und EUSt bei der Einfuhr erhoben.
Versandverfahren
Zollverfahren für den Transport von Waren unter Zollüberwachung. In der EU: T1 (Nicht-Unionswaren) und T2 (Unionswaren).
Vormerkverkehr
Zollverfahren für die vorübergehende Ein- oder Ausfuhr von Waren (z.B. Messe-Exponate, Reparaturwaren).
vZTA
Verbindliche Zolltarifauskunft — eine rechtsverbindliche Auskunft der Zollbehörde über die Einreihung einer Ware in den Zolltarif. Gültig für 3 Jahre in der gesamten EU.
W
Warencode
Allgemeiner Begriff für die numerische Klassifizierung von Waren im Zollwesen. Umfasst HS-Code (6-stellig), CN-Code (8-stellig) und TARIC-Code (10-stellig).
WZO
Weltzollorganisation (World Customs Organization) — internationale Organisation mit Sitz in Brüssel, die das Harmonisierte System verwaltet und weiterentwickelt.
Z
Zollanmeldung
Formelle Erklärung gegenüber der Zollbehörde über Waren, die ein- oder ausgeführt werden. In Deutschland elektronisch über ATLAS (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungssystem).
Zolllager
Lager, in dem unverzollte Waren ohne zeitliche Begrenzung gelagert werden können, ohne dass Einfuhrabgaben anfallen.
Zollsatz
Prozentualer oder spezifischer Betrag, der als Zoll auf die Einfuhr einer Ware erhoben wird. Abhängig vom CN-Code und Ursprungsland.
Zollwert
Der Wert einer Ware, auf den die Einfuhrabgaben berechnet werden. In der Regel der Transaktionswert (Kaufpreis) einschließlich Beförderungs- und Versicherungskosten bis zur EU-Grenze.
Zolltarifnummer
Numerischer Code zur Identifizierung von Waren im internationalen Handel. Bestimmt den anzuwendenden Zollsatz, Handelsmaßnahmen und statistische Erfassung. Synonym für CN-Code oder TARIC-Code.