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Malte Prien

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Die größten Irrtümer zur Wareneinreihung

Fachwissen und Interesse fehlt

Die Wareneinreihung ist zwar kein Zauberwerk, aber sie sollte handwerklich sorgfältig und systematisch korrekt erfolgen. Das setzt Fachwissen in technischer und zollrechtlicher Hinsicht voraus – und vor allem praktische Erfahrung. Häufig stellen wir jedoch fest, dass weder die Basis, also die ausführenden Personen, noch das Management über das nötige Interesse, Know-how oder Kapazitäten verfügen.

Hier stellen wir eine Reihe an Fehleinschätzungen vor, die uns in vielen Dienstleistungs-Projekten rund um die Zolltarifnummer (ZTN) begegnet sind:

Die richtige ZTN zu finden, ist Aufgabe der Konstruktion.

Diese Aussage hören wir häufiger von Maschinenbauern mit hoher Fertigungsdichte, wo die Konstruktion den Hauptteil des Materialstamms im ERP-System anlegt. Im Zuge dessen müssen viele Daten eingeben werden. Eine mehr, die Zolltarifnummer (ZTN), macht da nicht viel aus.
Allerdings sind Konstrukteure keine Zoll-Fachleute, wodurch eine korrekte Einreihung der Materialien kaum stattfindet. Und die wenigsten CAD- bzw. PDM-Programme verfügen über passende Features, um Materialtexte in voller Länge aufzunehmen. So entstehen z.B. kryptische Materialtexte, die nur Eingeweihte interpretieren können. Der Zoll beanstandet falsche Wareneinreihungen und Materialbeschreibungen regelmäßig, mit den entsprechenden Konsequenzen.

 

Unser Tipp: Überlassen Sie die Wareneinreihung den Experten.


Den Zoll-Kram übernimmt der Versand oder unser Spediteur.

Der „Zoll-Kram“ wird gern im Versand angesiedelt, weil dort auch viele administrative Tätigkeiten anfallen: Lieferscheine ausdrucken, Versandaufträge schreiben, Ausfuhranmeldung erstellen etc. Im Versand ist aber selten die technische Kompetenz für die richtige Wareneinreihung vorhanden und es fehlt an Zeit, um in der technischen Dokumentation zu recherchieren. Dies gilt auch für beauftragte Spediteure, der zwar evtl. die Zollpapiere ausstellen, aber die Waren inhaltlich kaum beurteilen können.

 

Unser Tipp: Trennen Sie die Aufgaben im Export-Prozess und übergeben die Tarifierung an Spezialisten.


C-Teile wie Schrauben sind doch einfach zu tarifieren!

Mit dem Zolltarif 2017 haben sich die Bedingungen jedoch entscheidend geändert, wie das folgende Beispiel zeigt

  • ZTN 8-stellig: 73181510
  • Materialtext: Schrauben aus Eisen oder Stahl, aus vollem Material gedreht, mit einer Stiftdicke von <= 6 mm

Diese ZTN wurde gestrichen; alle relevanten Artikel müssen überarbeitet werden. Die neue Wareneinreihung ist allerdings nicht mehr so einfach, denn es stehen gleich 11 potenzielle Zolltarifnummern für Stahlschrauben zur Auswahl:

  • 73181535 ohne Kopf aus nicht rostendem Stahl
  • 73181542 ohne Kopf weniger als 800 Mpa
  • 73181548 ohne Kopf 800 Mpa oder mehr
  • 73181552 Schlitz oder Kreuzschlitz aus nicht rostendem Stahl
  • 73181558 Schlitz oder Kreuzschlitz andere
  • 73181562 Innensechskant aus nicht rostendem Stahl
  • 73181568 Innensechskant andere
  • 73181575 Außensechskant aus nicht rostendem Stahl
  • 73181582 Außensechskant weniger als 800 Mpa
  • 73181588 Außensechskant 800 Mpa oder mehr
  • 73181595 Außensechskant andere

Wir warten ab, bis sich der Zoll meldet.

Das können Sie gern tun… allerdings müssen Sie dann mit den Konsequenzen leben. Denn Prüfungen durch die Zollbehörden (Zollprüfungen, Außenwirtschaftsprüfungen etc.) finden immer häufiger statt. Die Entscheide im Prüfbericht können – auch bis zu 3 Jahre rückwirkend – erhebliche Nachzahlungen verursachen. Gleichzeitig werden enge Fristen gesetzt, um offensichtliche Ergebnisse vorweisen. Ansonsten startet eine „Abwärtsspirale“.

Wenn Sie meinen, dass der Zoll in Deutschland ähnlich agiert wie die Finanzbehörden, irren Sie sich: Wir haben schon erlebt, dass die Zollverwaltung einem Unternehmen Maßnahmen androhte, die einer Einstellung des Geschäftsbetriebes gleichkam.

 

Unser Tipp: Agieren Sie proaktiv – und ohne Zeitdruck.


Unser Materialstamm ist zu groß und ein ZTN-Projekt zu teuer.

Der Warenumfang allein entscheidet nicht über die Kosten des Projektes. Vielmehr bestimmen drei Kriterien den Aufwand für die Wareneinreihung:

  • Wie viele Artikel haben keine Zolltarifnummer (ZTN)?
  • Wie viele ZTNs müssen validiert werden?
  • Wie viel gleiche oder ähnliche Teile sind im Materialstamm?

Eine Datenanalyse ergibt eine detaillierte Sicht auf die Qualität Ihrer zollrechtlichen Stammdaten und erste Handlungsempfehlungen. Wir erleben häufig, dass lange nicht der gesamte Materialstamm überarbeitet werden muss.

 

Unser Tipp: Bestimmen Sie das Risiko durch einen Daten-Check.